Oilensanc

Oilensanc
Oilensanc das sind:

Schorsch

Johanna

Anne

Edith

Ragnar

Gerhard

Wer wir Sind?

De nostra Musica Als Oilensanc noch ein ungelegtes Ei war, gab es den Gedanken, Mittelalterliche Musik, namentlich die alten Melodien & Texte, mit einer Kreuzung aus elektronischer und Rockmusik zu verbinden. Die Zusammenarbeit der ersten Rumpfbesetzung verlief nicht so produktiv wie erhofft; auch machte sich das Fehlen “alter Instrumente” im Gesamtklang unvorteilhaft bemerkbar. Mitmusiker zu finden, die sowohl alte Instrumente spielten als auch noch Lust auf Mitwirkung in einer solchen Gruppe hatten, was mehr denn schwierig. So kam es, dass als mit Anne die “erste Akkustikerin” auftauchte, von der Rumpfbesetzung des Projektes nur Schorsch noch übrig war. Da waren nun Gesang und Geige, bald darauf von Ragnar um eine Gitarre angereichert. Zwei Stimmen und zwei akkustische Instrumente. Es lag nahe, Rock und Elektronik zunächst einmal Rock und Elektronik sein zu lassen und zu Spielen. Ergo wurde nichts umgeschrieben, wir versuchten nur die ersten ausgwählten Lieder zu spielen, spielbar zu machen. Drei Lieder standen am Anfang, der Schnitter, Al Vol und Bleak Lady. Keiner von uns hatte schon einmal in einer Mittelalterband gespielt oder grosse Kenntnisse von dieser Musik. Das spiegelt sich in eben diesen drei Stücken wider: Al Vol aus dem 15. Jahrhundert, der Schnitter von 1635 und Bleak Lady ein Text und eine Melodie die Schorsch in einer anderen Band bereits einmal mit geringem Erfolg zu Beleben versucht hatte. Nicht sehr mittelalterlich. Dennoch weisen diese Weisen alles etwas vom Zauber der alten Musik auf; einprägsame Melodien von angenehm und – pop – musikalischer Prägung; schön anzuhören aber nicht belanglos. Wir nahmen was uns Gefiel und alt war oder wirkte und spielten. Mit der vergehenden Zeit und dem Finden weiterer Mitmusiker sowie der gezielteren Beschäftigung mit der Musik des Mittelalters und dem Leben dieser Zeit entstand aus der spontanen Hergangsweise der ersten Tage heraus unser musikalisches Konzept. Wir wollten just das tun, was wir taten: die Musik spielen, die uns gefiel und berührte. So wie wir es sehen, taten die Minnesänger und Spielleute der alten Zeiten nichts anderes: sie spielten die Lieder, die sie von anderen hörten und die Ihnen gefielen – oder von denen Sie bemerkten, dass sie dem Publikum besonders gefielen … Dabei dürfte es Ihnen keine Gewissensbisse bereitet haben, das Lied das ein fahrender Franzose so ergreifend mit einem deutschen Dudelsack gespielt hatte, für Ihre Zwecke mit einer keltischen Harfe und einer belgischen Drehleier sowie frei erfundem Text in Mittelhochdeutsch erklingen zu lassen. Darum auch – hatte der Franzose es doch selber von einem italienischen Fiedler gehört … So sehen auch wir uns . und sehen gerade darin unsere Authentizität : wir sind lebendige Musiker, praktizierende Spielleute. Es geht uns nicht darum, alte Lieder so zu spielen wie sie am 7. Oktober 1237 um 17 Uhr 21 Minuten bei 12 Grad Celsius und 47 % Luftfeuchte (Naturdarmsaiten …!) geklungen haben. Wir spielen sie lieber so, wie auch damal sgespielt wurden: mit Leidenschaft und Hingabe; Lebendige Musik, von lebenden Menschen für eben solche. Natürlich bleibt unser Hauptaugenmerk auf die Musik des Mittelalters gerichtet. Aber was sollte uns davon abhalten, auch andere Zeiten als Spenderinnen schöner Melodien heranzuziehen? So wählten wir, was wir spielen danach aus, was uns schön und gut erscheint, vom 12. Bis zum 17. Jahrhundert, zuweilen auch aus der Folkmusik späterer Jahrhunderte. Und wenn eine von uns die Muse sanft anstupst, dann wird auch Selbstverfasstes ver-, um- und barbeitet und dem Publikum dargeboten. Beweise uns doch wer mag, das kein englischer Minstrel nie keine eigenen Verslein mit Tönen versah. Engländer wurden erwähnt, Franzosen und Italiener – und das mit gutem Grund. Ebenso, wie die Musiker der alten Zeit frei in der Wahl des von Ihnen bearbeiteten Materials waren, waren Sie es auch, was die Herkunft des Materials betraf. Gerade Sie als Teil des fahrenden Volkes kamen in Kontakt mit Menschen und Musik aus allen Ecken des Kompasses. Gerade Sie hatten Gelegenheit und Motiv, als allen musikalischen Brunnen des Abend – und Morgenlandes zu kosten und wohlschmeckenden Trunk dann später zu teilen. So auch wir. So reich die Überlieferung deutsche Quellen noch heute sprudeln lässt, so anregend würzig ist zuweilen ein Schluck aus der orientalischen Mokkatasse. Wir sind Oilensanc - und wie die Eulen breiten wir die Schwingen; über Jahrhunderte hinweg und über Grenzen hinaus.

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