Madre deus

Text: Herzeliebez Frowelîn
(Walther von der Vogelweide, ca. 1170 – 1230)

Herzeliebez frowelîn
got gebe dir hiute und iemer gout.
kund ich baz gedenken dîn,
das hete ich willeclîchen muot.
//: waz mac ich dir sagen mê,
wan daz dir nieman holder ist?
owê, dâ von //: ist mir vil wê.:// ://

Sie verwîzent mir daz ich
ze nidere wende mînen sanc.
daz sie niht versinnent sich
waz liebe sî, des haben undanc!
//: sie getraf die liebe nie,
die nâch dem guote und nâch der schoenen
minnent. wê //: wie minnent die?:// ://

Bî der schoene ist dicke haz
zer schoene nieman sî ze gâch.
liebe tuot dem herzen baz:
der liebe gêt diu schoene nâch.
//: liebe machet schoene wîp.
desn mac die schoene niht getuon;
si machet //: niemer lieben lîp.:// ://

Ich vertrage als ich vertruoc
und als ich iemer wil vertragen.
dû bist schoene und hâst genuoc:
waz mugen si mir dâ von gesagen?
//: swaz si sagen, ich bin dir holt,
und nim dîn glesîn vingerlîn
für einer //: küniginne golt.:// ://

Hâst dû triuwe und staetekeit,
sô bin ich des ân angest gar,
daz mir iemer herzeleit
mit dînem willen widervar.
//: hâst ab dû der zweier niht,
son müezest dû m1in niemer werden.
owê danne, //: ob daz geschiht!:// ://

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