Schnitter

Es ist ein Schnitter, der heißt Tod;
Hat G’walt vom großen Gott:
Heut’ wetzt er das Meser,
Es schneidet schon besser…
Bld wird er d’reinschneiden,
Wir müssen’s nur leiden:
Hüt’ dich, schön’s Blümelein.

Was heut’ noch grün und frisch dasteht
Wird morgen weggemäht:
Die Edelnarzisse,
Die englische Schlüssel,
Die schön Hyazinth’,
Die türkische Bind:
Hüt’ dich, schön’s Blümelein.

Viel hunderttausend ungezählt
Darunter die Sichel hinfällt:
Rot’ Rosen,
Weiß’ Lilien,
Bald wird er austilgen,
Ihr Kaiserkronen,
Man wird euch nicht schonen:
Hüt’ dich, schön Blümelein.

Trutz Tod, komm’ her, ich fürcht’ dich nit.
Trutz, komm’, und tu’ deinen Schnitt.
Und werd’ ich verletzet,
So wer’ ich versetzet
in’ himmlischen Garten,
Der tut meiner warten.
Freu’ dich, schön’s Blümelein.

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