Wohlauff wir wellen slauffen

Wolauff wir wellen slauffen
Hausknecht nu zünd ein Lichte
wann es ist an der Zeit
darmit wir nicht verkauffen
der letzt sei gar verheyt
das Layen, Münch und Pfaffen
zu unserm Weibe staffen
sich hüb ein böser Streit

Heb auff und lass uns trinken
das wir also nicht schaiden
von diesem guten Wein
Und lämt er uns die Schincken
so muß er doch hereyn
Her Kopff nu tat ew wincken
ob wir zu Bette hincken
das ist ain kleiner Pein

Nu sleich wir gen der Türen
secht zw das wir nicht wencken
mit ungelichen Tritt
was gitt des stowbs ein üren
Her Wirt nu halt es mit
wir wellen doch nicht züren
ob jr ew werdt beküren
nach pollanischem Sytt

Her tragt den Fürsten leyse
damit er uns nicht felle
auff Gottes Ertenreich
sein Lob ich ymmer breyse
er macht uns freudenreich
ye einr den andern Weyse
Wirt schlipft nicht auff dem Eyse
wann es gat ungeleich

Hjn slauffen well wir waltzen
nu fragt das Hausdierelin
ob es gebettet sey
das Kraut hat sy versaltzen
dar zw ain guten Brey
was soll wir darzu kaltzen
es was nit wolgesmaltzen
der Scheden waren drey.

Musik und Text Oswald von Wolkenstein, 1377-1445

Kommentare deaktiviert

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.